Werden und Vergehen 2 oder: das süsse im Bitteren

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1.Korinther 4,17-19    Jakobus 1,2    Johannes 5,24

Das Leben ist geprägt von werden und vergehen, wobei der tod leider ein völlig verdrängtes thema ist. Der moderne mensch versteht das leben als etwas an sich homogenes, buntes oder grautöniges, jedenfalls ausserhalb der dahinter liegenden unfarben weiss und schwarz, leben und tod, Gott und Satan. Die welt ist jedoch seit dem moment der schöpfung auf der reise zu einem grossen ziel: die völlige offenbarung Gottes und das gericht.

Der "normale" mensch sieht nur die grautöne und die bunten farben des daseins in raum und zeit. Dahinter, nach dem tod des körpers jedoch befindet sich die seele im weissen oder schwarzen bereich wieder. Wir können jedoch schon hier erkennen, dass die vergötterung des süssen genusses den wahnsinn gebiert und anschliessend völlige und absolute, bittere verlorenheit. Demgegenüber können wir auch sehen, dass eine evangeliumsbezogene selbstbeschränkung und die gerechte teilung der güter zuerst als bitterer verzicht gedeutet werden mag, nachher jedoch wird es süsser als honig, denn durch das teilen nehmen wir anteil am preisgericht. Kurzfristiges denken sucht die süsse des genusses im temporal-diesseitigen bereich und wird den preis dafür zahlen im eternalen jenseitigen bereich. Langsfristiges und wiedergeborenes denken hat somit den ungekehrten charakter des kurzfristigen genusses: das annehmen der "bitteren" schwierigkeit und verzichtes auf vergötterung des genusses als lebensinhalt hat eine unbeschreibliche süsse im jenseits zur folge.